Depression – ein Gefühl tiefer Traurigkeit

Eine Depression ist eine schwerwiegende psychische Erkrankung, die zunehmend mehr Menschen betrifft. Es stellt sich eine anhaltende tiefe Niedergeschlagenheit ein, aus der Betroffene sich meist nicht mehr selbst befreien können. Im Gegensatz zu normalen Stimmungstiefs, die jeder kennt und die meist vorübergehen, sobald das auslösende Ereignis verarbeitet ist, bessert sich eine unbehandelte Depression meist nicht von selbst.

Ursachen und Symptome einer Depression

Die Ursachen einer Depression können vielfältig sein. Meist lässt sich auch eine auslösende Ursache nicht immer eindeutig feststellen und es tragen mehrere Faktoren zur Entstehung einer Depression bei.

In manchen Familien treten Depressionen gehäuft auf. So ist das Risiko, eine Depression zu entwickeln deutlich erhöht, wenn bereits ein naher Verwandter daran erkrankt ist oder war. Oft lösen belastende Ereignisse die Erkrankung aus. Hierzu gehört Stress im Beruf, Arbeitslosigkeit, Beziehungsprobleme, Liebeskummer oder der Tod einer nahestehenden Person.
Insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten treten Depressionen aufgrund des Lichtmangels gehäuft auf. Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall können eine Depression begünstigen.

Menschen mit fehlendem sozialen Netz oder mangelndem Selbstvertrauen rutschen ebenfalls häufiger in eine Depression ab.

Bei Depressionen kommt es zu einer Veränderung des Hirnstoffwechsels. Das Gleichgewicht wichtiger Botenstoffe, vor allem Serotonin und Noradrenalin, gerät aus dem Takt. Diese Botenstoffe sind dann in zu geringer Anzahl vorhanden oder ihre Übertragung ist gestört.
Zu den typischen Symptomen einer Depression gehören eine gedrückte Stimmung, Interessensverlust, Freudlosigkeit, eine Verminderung des Antriebs sowie eine rasche Ermüdbarkeit. Zusätzlich können weitere Beschwerden wie Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Schuldgefühle oder Selbstmordgedanken hinzukommen.

Behandlung einer Depression

Bei der Behandlung der Depression hat sich eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten bewährt. Bei der psychotherapeutischen Behandlung gibt es 2 Ansätze. Bei der Verhaltenstherapie sollen negative Denkmuster und schädliche Verhaltensweisen zum Positiven verändert werden. Der Erkrankte soll so langsam lernen, sich wieder positive Erlebnisse zu verschaffen. Bei der tiefenpsychologischen Behandlung hingegen geht es um die Aufarbeitung unverarbeiteter Konflikte, die oftmals Auslöser einer Depression sein können.

Zusätzlich zu einer Psychotherapie kommen bei einer Depression meist Antidepressiva zum Einsatz. Diese sind in der Lage, das Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn günstig zu beeinflussen. Die meisten Antidepressiva wirken, indem sie den Rücktransport der Botenstoffe in die Nervenzelle reduzieren. Manche Wirkstoffe hemmen auch ein Enzym in Nervenzellen, das für den Abbau wichtiger Botenstoffe zuständig ist. Durch beide Mechanismen wird die Menge verfügbarer Botenstoffe erhöht.

Bei den Antidepressiva gibt es mehrere Gruppen. So stehen beispielsweise die tri- und tetrazyklischen Antidepressiva zur Verfügung. Da diese gleichzeitig mehrere Botenstoffe beeinflussen, wirken sie sehr gut, führen jedoch auch häufiger zu Nebenwirkungen. Die Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und die Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer hemmen gezielt die Aufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin in die Nervenzelle. Somit können diese im Gehirn länger wirken. Weitere Wirkstoffgruppen bei den Antidepressiva sind die MAO-Hemmer und Lithium.
Bei leichteren Ausprägungen einer Depression kann auch die Einnahme eines hochdosierten Johanniskrautpräparates helfen.